Bibelstunde zu Offenbarung 21,7 (Teil 2)

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Offenbarung 21,7 (Teil 2) – „Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein“

Offenbarung 21,7 (Luther 1912): Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Bibeltext: Luther-Bibel 1912 (gemeinfrei).

Kernaussagen

  • Der Überwinder erbt nicht nur alles, er bekommt eine persönliche Beziehung: Gott wird sein Gott sein, und er wird Gottes Sohn sein (Offb 21,7).
  • Vers 3 spricht vom Volk Gottes, Vers 7 vom Einzelnen, und Gott selbst spricht: Jeder Überwinder darf sagen, ich bin Gottes Kind (Offb 21,3.7).
  • Israel scheiterte in Kadesch-Barnea nicht an der Angst, sondern daran, dass es Gott nicht als liebenden Vater kannte, obwohl er es getragen hatte wie ein Mann seinen Sohn (5. Mose 1,26–31; Hebr 11,6).
  • Regeln ohne Beziehung reichen nicht; die Vorbereitung auf die Endzeit besteht darin, Gott aus Erfahrung als Vater zu kennen (2. Mose 20,19–20; Röm 13,10).
  • Der Heilige Geist schenkt den Geist der Kindschaft statt eines knechtischen Geistes der Angst; er selbst bezeugt uns, dass wir Kinder und damit Erben sind (Röm 8,14–17; Joh 15,15).
  • Im neuen Bund schreibt Gott sein Gesetz ins Herz; Gehorsam aus Liebe statt aus Knechtschaft (Hebr 8,10; Joh 14,15; Dan 3,17–18).
  • Äußerer Gehorsam ohne Liebe ist Selbsttäuschung; ebenso gefährlich ist es, Gottes Liebe als Freibrief zu nehmen (Joh 8,39.44).

Kernbotschaft

Gott will uns nicht nur alles schenken, sondern sich selbst: Er will unser Vater sein. Wer durch den Heiligen Geist weiß, dass er Gottes Kind ist, vertraut ihm auch in der Krise und gehorcht ihm aus Liebe.

Die Bibelstellen

Insgesamt 16 Bibelstellen, jeweils mit vollem Luthertext, einer kurzen Erklärung, einer Frage und der Antwort zum Aufklappen.

1. Offenbarung 21,7

Zusammenhang: Unser Vers

7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Erklärung: Wer überwindet, empfängt zweierlei: das Erbe aller Dinge und eine Beziehung. Gott selbst sagt: Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Frage: Was verspricht Gott dem Überwinder neben dem Erbe?

Antwort

Dass Gott sein Gott sein wird und er Gottes Sohn sein wird.

2. Offenbarung 21,3

Zusammenhang: Derselbe Gedanke für das ganze Volk

3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;

Erklärung: Vers 3 spricht in der dritten Person und von den Erlösten als Volk. Vers 7 ist persönlicher: Gott selbst spricht, und er meint jeden Einzelnen, der überwindet.

Frage: Was wird Gott nach Vers 3 bei den Menschen tun?

Antwort

Er wird bei ihnen wohnen; sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.

3. Offenbarung 3,21

Zusammenhang: Die Verheißung an die Überwinder

21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Stuhl.

Erklärung: Was in Offenbarung 21,7 zusammengefasst wird, ist den sieben Gemeinden verheißen, bis hin zum Sitzen mit Jesus auf seinem Thron.

Frage: Was ist dem Überwinder in Laodizea verheißen?

Antwort

Mit Jesus auf seinem Stuhl (Thron) zu sitzen, wie Jesus überwunden hat und sich mit seinem Vater auf dessen Stuhl gesetzt hat.

4. 5. Mose 1,26–27

Zusammenhang: Kadesch-Barnea: Der HERR ist uns gram

26 Aber ihr wolltet nicht hinaufziehen und wurdet ungehorsam dem Munde des HERRN, eures Gottes, 27 und murrtet in euren Hütten und spracht: Der HERR ist uns gram; darum hat er uns aus Ägyptenland geführt, daß er uns in der Amoriter Hände gebe, uns zu vertilgen.

Erklärung: An der Grenze zum gelobten Land wollte Israel nicht hineinziehen. Der Bericht der Kundschafter war nur der Anlass; das eigentliche Problem lag im Herzen: Sie glaubten, Gott hasse sie.

Frage: Welchen Grund gab das Volk dafür an, dass Gott es aus Ägypten geführt habe?

Antwort

Der HERR sei ihnen gram; er habe sie herausgeführt, um sie in die Hände der Amoriter zu geben und zu vertilgen.

5. 5. Mose 1,29–31

Zusammenhang: Getragen wie ein Sohn

29 Ich sprach aber zu euch: Entsetzet euch nicht und fürchtet euch nicht vor ihnen. 30 Der HERR, euer Gott, zieht vor euch hin und wird für euch streiten, wie er mit euch getan hat in Ägypten vor euren Augen 31 und in der Wüste, da du gesehen hast, wie dich der HERR, dein Gott, getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, durch allen Weg, daher ihr gewandelt seid, bis ihr an diesen Ort kamt.

Erklärung: Mose antwortet mit Gottes Liebe: Gott hat Israel die ganze Wüstenwanderung über getragen wie ein Vater sein müdes Kind. Und doch hatten sie nicht gelernt, ihm zu vertrauen.

Frage: Wie hat Gott sein Volk in der Wüste getragen, und wie lange?

Antwort

Wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Weg, bis sie an diesen Ort kamen.

6. Hebräer 11,6

Zusammenhang: Ohne Glauben unmöglich

6 Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er sei und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde.

Erklärung: Das Mindeste ist, dass wir Gott vertrauen und wissen, dass er es gut mit uns meint. Ohne dieses Vertrauen konnte Israel nicht ins Land hinein.

Frage: Was muss glauben, wer zu Gott kommen will?

Antwort

Dass Gott ist und dass er denen, die ihn suchen, ein Vergelter (Belohner) sein wird.

7. 2. Mose 20,19–20

Zusammenhang: Regeln ohne Nähe

19 und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen; und laß Gott nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben. 20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn Gott ist gekommen, daß er euch versuchte und daß seine Furcht euch vor Augen wäre, daß ihr nicht sündigt.

Erklärung: Am Sinai wollte das Volk Gottes Gebote, aber Gott selbst sollte auf Abstand bleiben. Regeln ohne Beziehung reichten nicht aus. Die rechte Gottesfurcht bewahrt vor der Sünde, sie macht uns aber nicht zu ängstlichen Knechten.

Frage: Worum bat das Volk Mose, und wozu sollte Gottes Furcht ihnen vor Augen sein?

Antwort

Mose solle mit ihnen reden, Gott aber nicht; Gottes Furcht sollte ihnen vor Augen sein, damit sie nicht sündigen.

8. Römer 13,10

Zusammenhang: Liebe erfüllt das Gesetz

10 Denn Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

Erklärung: Gottes Gesetz beschreibt sein Wesen, und sein Wesen ist Liebe. Wer das Gesetz ohne Liebe hält, hat es nicht verstanden.

Frage: Was ist des Gesetzes Erfüllung?

Antwort

Die Liebe.

9. Matthäus 6,9

Zusammenhang: Unser Vater

9 Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt.

Erklärung: Die Menschen hatten alle möglichen Vorstellungen von Gott. Jesus lehrte sie, Gott als ihren Vater anzureden.

Frage: Mit welchen Worten lehrt Jesus uns beten?

Antwort

„Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt.“

10. Sacharja 8,7–8

Zusammenhang: Aus allen Himmelsrichtungen

7 So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will mein Volk erlösen vom Lande gegen Aufgang und vom Lande gegen Niedergang der Sonne; 8 und will sie herzubringen, daß sie zu Jerusalem wohnen; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Wahrheit und Gerechtigkeit.

Erklärung: Gott sammelt sein Volk aus Osten und Westen, aus allen Völkern, und bringt es nach Jerusalem, so wie die Erlösten ins neue Jerusalem kommen.

Frage: Woher will Gott sein Volk erlösen, und was verspricht er ihm?

Antwort

Vom Land gegen Aufgang und gegen Niedergang der Sonne; sie sollen in Jerusalem wohnen, sein Volk sein, und er will ihr Gott sein in Wahrheit und Gerechtigkeit.

11. Römer 8,14–17

Zusammenhang: Der Geist der Kindschaft

14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 15 Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! 16 Derselbe Geist gibt Zeugnis unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind. 17 Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.

Erklärung: Die Beziehung zu Gott entsteht durch den Heiligen Geist, der uns führt. Ein knechtischer Geist lebt in Angst und Leistungsdenken; der kindliche Geist ruft „Abba, lieber Vater“. Der Geist selbst bezeugt uns, dass wir Kinder sind, und Kinder sind Erben. Das Mitleiden ist kein Verdienst, sondern die Erfahrung aller, die mit Jesus gegen die Sünde stehen.

Frage: Wer bezeugt uns, dass wir Kinder Gottes sind, und was ergibt sich daraus?

Antwort

Der Geist Gottes gibt unserem Geist Zeugnis; sind wir Kinder, so sind wir auch Erben, Gottes Erben und Miterben Christi.

12. Johannes 15,15

Zusammenhang: Nicht Knechte, sondern Freunde

15 Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan.

Erklärung: Jesus nennt die Seinen nicht Knechte. Das Verhältnis zu Gott ist das von Freunden und Kindern, nicht von ängstlichen Dienern.

Frage: Warum nennt Jesus seine Jünger Freunde?

Antwort

Weil er ihnen alles kundgetan hat, was er von seinem Vater gehört hat.

13. Hebräer 8,10

Zusammenhang: Das Gesetz im Herzen

10 Denn das ist das Testament, das ich machen will dem Hause Israel nach diesen Tagen, spricht der HERR: Ich will geben mein Gesetz in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.

Erklärung: Im neuen Bund schreibt Gott sein Gesetz ins Herz. Wo der Geist ist, ist auch das Gesetz, und daraus wächst die Beziehung: Er ist unser Gott, wir sind sein Volk.

Frage: Wohin will Gott sein Gesetz geben und schreiben?

Antwort

In ihren Sinn und in ihr Herz.

14. Johannes 14,15

Zusammenhang: Gehorsam aus Liebe

15 Liebet ihr mich, so haltet ihr meine Gebote.

Erklärung: Es gibt einen Gehorsam aus Knechtschaft und einen Gehorsam aus Liebe. Gott wünscht sich, dass wir seine Gebote halten, weil wir ihn lieben.

Frage: Woran zeigt sich die Liebe zu Jesus?

Antwort

Daran, dass wir seine Gebote halten.

15. Daniel 3,17–18

Zusammenhang: Treu, ob gerettet oder nicht

17 Siehe, unser Gott, den wir ehren, kann uns wohl erretten aus dem glühenden Ofen, dazu auch von deiner Hand erretten. 18 Und wo er's nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, daß wir deine Götter nicht ehren noch das goldene Bild, das du hast setzen lassen, anbeten wollen.

Erklärung: Die drei Freunde Daniels vertrauten Gott, ob er sie rettete oder nicht. So kann nur sprechen, wer weiß, dass Gott gut ist, und ihn unter keinen Umständen traurig machen will.

Frage: Was wollten die drei Männer auch dann nicht tun, wenn Gott sie nicht errettet?

Antwort

Die Götter des Königs ehren und das goldene Bild anbeten.

16. Johannes 8,39.44

Zusammenhang: Die falsche Vaterschaft

39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke. 44 Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben.

Erklärung: Die Pharisäer beriefen sich auf Abraham als Vater und hielten die Gebote äußerlich, doch im Herzen hassten sie Jesus. Wer Gottes Kind ist, zeigt es an seinem Wesen; Gebote ohne Liebe sind Selbsttäuschung.

Frage: Wen nennt Jesus den Vater der Pharisäer, und wie beschreibt er ihn?

Antwort

Den Teufel; er ist ein Mörder von Anfang und ein Lügner und Vater der Lüge.

Ellen G. White Zitate

Nur ein Kind, aber Gottes Kind

Aussage: Jeder wahrhaft bekehrte Mensch darf wissen, dass er Gottes Kind ist; zu einem unendlichen Preis hat Gott die Menschen wieder in die Sohnschaft eingesetzt.

„Every truly converted soul can say, ‘I am but a little child; but I am God’s child.’ It was at infinite cost that provision was made whereby the human family might be restored to sonship with God.“ (Ms 111, 1907)

Übersetzung: „Jeder wahrhaft bekehrte Mensch kann sagen: ‚Ich bin nur ein kleines Kind; aber ich bin Gottes Kind.‘ Zu einem unendlichen Preis wurde Vorsorge getroffen, damit die Menschheit wieder in die Sohnschaft bei Gott eingesetzt werden kann.“

Quellen: Ellen G. White, Manuskript 111, 1907, „I Am But a Little Child“ (Letters and Manuscripts, Bd. 22), vollständig abgedruckt in Testimonies for the Church, Bd. 9, Kapitel 36, S. 281–284, egwwritings.org.

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