Kapitel 2 – Meine Bekehrung

Kapitel 2 – Meine Bekehrung

Meine Bekehrung

Als wir eine Mutter-Kind-Pass Untersuchung gemacht haben, teilte uns die Ärztin mit, dass es kein Junge sein wird wie bei der ersten Untersuchung angenommen, sondern die Ärztin meinte, mit dem Kind würde etwas nicht in Ordnung sein. Nach genauen hinschauen und nach einer gründlichen Untersuchung wurde uns mitgeteilt, dass unser Kind einen offenen Bauch hätte. Das bedeutet beim Bauchnabel ist nie der Bauch zugewachsen sonder dieser war von Beginn an offen und somit begannen sich die Innereien nach außen zu drücken und schwammen offen im Mutterleib umher. Die Ärztin meinte, es wäre besser wir würden eine Abreibung einleiten, denn unser Kind wird mit ziemlicher Sicherheit schwer behindert sein. Eine solche Entscheidung, wurde natürlich sofort verneint. Auch wenn eine behindertes Kind viel Anstrengung und Arbeit bedeutet, würden wir lieber diese Anstrengung auf uns nehmen, als dieses zu töten.
Ab diesen Zeitpunkt hatten wir viele Untersuchungen im Krankenhaus aber auch bei der besagten Ärztin. Es kam auch immer wieder zur kritischen Phasen und Situationen z.B. wo man sich nicht ganz sicher war über den Gesundheitlichen Zustand unserer Tochter. Auch waren die die Untersuchungen immer sehr Zeitintensiv, aber das schöne daran war, wir konnten gemeinsam viel zeit verbringen. Weiters wurde uns auch geraten, das man sich während der Schwangerschaft viel draußen in der frischen Luft bewegen sollte, dies haben wir auch getan. Wir gingen fast täglich spazieren und konnten dadurch tolle Gespräche miteinander führen und dadurch wuchs unsere Beziehung sehr ins positive, denn wir fanden viel Zeit gemeinsam zu sprechen und uns über Dinge wie zum Beispiel die Zukunft auszutauschen. Als die Tage und Wochen so vergingen kam auch der Geburtstermin immer näher.

Es kribbelte im Bauch, wenn ich an die zukünftige Geburt dachte, auch war ich sehr darüber besorgt, was ist wenn etwas schief gehen würde. Natürlich haben wir uns auch inzwischen eingelesen, wie lange solch ein Krankenhausaufenthalt dauern würde. Als lasen, dass man mit circa sechs Monaten damit mindestens rechnen muss, wurde uns schon etwas bange. Trotz jeglicher Strapazen nahmen wir uns fest vor, dieses Abenteuer gemeinsam zu überstehen.

Als die letzten Tage vor der Geburt anbrachen, bekam ich auf einmal einen Anruf von meiner Mutter, sie teilte mir mit, dass mich meine Cousine darum gebeten hat, dass ich zu ihr kommen sollte, sie würde mich gerne nochmals sehen, bevor sie sterben würde. Etwas erstaunt vom Anruf sagte ich dieser bitte zu und wunderte mich sehr darüber und stellte mir die Frage, was möchte eine Gläubige Frau von mir die doch fünf Kinder hatte? Warum verbringt sie ihre letzten Atemzüge doch nicht mit ihrer Familie? Ich war wirklich sehr erstaunt darüber, gerade mich bat sie zu ihr zu kommen, der ich doch der jenige war, der gerade in der Familie bekannt war, was für ein Leben ich führte.

Ich machte mich sofort auf und fuhr zu ihr und ihrer Familie. Als ich dort angekommen war, läutete ich mit einem etwas murmeligen Gefühl. Mir wurde die Türe aufgemacht und sehr freundlich hereingebeten. Als ich das Zimmer betrat

und man nicht daran gedacht hat, das sich der Untergrund von selber nach oben klappt, kam es zu einem lauten Knall im Saal, der Holzdeckel krachte automatisch nach oben und schlug auf der Rückenlehne auf. Dieser Knall löste natürlich streng schauende Blicke von Erwachsenen aus, die einem sehr unangenehm waren. Nach der Predigt wartete man natürlich dann nur noch auf eine Rüge von einem Erwachsenen, dies war natürlich mit einem gewissen unguten Bauchgefühl verbunden. Doch wenn ich genau darüber nachdenke, kann ich mich gar nicht darauf erinnern, dass mich jemals jemand dafür zur rede gestellt hat. Lag es vielleicht an mir? Lag es vielleicht an meiner eigenen Einstellung wie ich Gemeinde erlebt habe? Ehrlich gesagt muss ich es verneinen, ich fühlte mich einfach dort nicht wohl. Natürlich war ich kein Kinder der Traurigkeit, natürlich bewegte ich mich gerne, teilte mich auch gerne mit, aber ist das unnatürlich, ist das unangemessen? Ich persönlich wollte immer die Welt entdecken als ich so circa 4-5 Jahre alt war stieg ich auf mein kleines blaues Fahrrad und wollte wissen was außerhalb von diesem heimeligen Hof war und somit begann ich zu fahren. Meine Eltern bzw. auch meine Großeltern waren es gewohnt von mir, dass ich in unserer Siedlung umherfuhr aber es plagte in mir der Gedanke was kommt danach und somit fuhr ich einfach weiter. Da die Straßen noch nicht mit Fahrradwegen bei uns ausgestattet waren, probierte ich mich natürlich immer auf kleinen Wegen zu halten um die Hauptstraße zu vermeiden. Als ich so dahingefahren bin, kam ich auf einmal in ein Bergbaugebiet. Als ich so um ich sah bemerkte ich wunderschöne Lem und ich nahm mit was ich nur fassen konnte, denn einer meiner großen Leidenschaften war mein Spuckrohr, dort machte ich kleine Kugerl aus Lehm und tat sie in das Rohr und wenn man noch dazu fest reingeblasen hatte, wurde automatisch der Lehm nach vorne geblasen und man konnte herrlich damit schießen. Als ich so den Lehm einsammelte bemerkte ich erst welche große Baumaschinen hier am Gelände umherfuhren. Da ich eher den drang verspürte zu erforschen, blieb meistens keine Zeit für die Angst. Auch das sah ich ich als Segen an, dass mir dabei nie was großartiges passiert ist. Aber wie kam es jetzt zum Austritt, warum bin ich nicht mehr in die Gemeinde gekomm? Es war eine Ferien Bibel Bastelwoche, diese machte mir im großen und ganze immer sehr viel Spaß, aber als mich der damalige Prediger anschaute und mich nach meinem Namen fragte, konnte ich es nicht fassen, dass er mich nicht erkannt hatte. Ich ging wohl nicht gerne in die Sabbatschule aber ich war trotzdem jeden Sabbat hier. Somit ging ich davon aus, dass mich doch normal der Prediger kennen musste. Nach dem Bibelbasteltag, packte ich meine Sachen zusammen und kam nie wieder. Es war mein letzter Tag. Als ich nach Hause gekommen war, teilte ich meine Begebenheit meinen Eltern mit auch sagte ich ihnen, dass ich nicht mehr in die Gemeinde gehen würde. Diese Entscheidung nahmen sie auch hin und ließen mir hier die freie Entscheidung.

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